C-SURF Studie zum Substanzenkonsum

Kurzbeschrieb Kohortenstudie zur Entwicklung des Substanzenkonsums von Schweizer Männern im jungen Erwachsenenalter
Projektleitung Gerhard Gmel, Meichun Mohler-Kuo
Dauer 03.2010 - 03.2018
Förderung durch / Auftraggeber Schweizerischer Nationalfonds SNF
Kooperationspartner Waadtländisches Universitätsklinikum (CHUV)

Ausgangslage

Suchtmittelkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehört trotz hohen Investitionen in Präventions- und Gesundheitskampagnen zu einem der am weitesten verbreiteten und kostspieligsten Problemen in Europa. Der Gebrauch legaler und illegaler Substanzen ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, insbesondere bei Männern, die Hauptursache für Krankheiten und Sterblichkeit im jungen Alter und steht in Verbindung mit verschiedenen Risikoverhaltensweisen wie Gewalttätigkeit, Suizid, depressiven Erkrankungen, Schulabbruch und riskantem sexuellen Verhalten. In einer Studie unter 19-jährigen Männern in der Schweiz zeigten beinahe 70% der jungen Männer Risikoverhalten (definiert als Cannabiskonsum mindestens zweimal pro Woche, täglicher Tabakkonsum oder Besäufnissen mindestens zweimal pro Monat). Obwohl der Substanzgebrauch in jungen Jahren weit verbreitet ist, finden im weiteren Lebensverlauf viele junge Menschen zu einem gemässigten Konsum zurück, andere jedoch gleiten weiter in die Abhängigkeit ab, verbunden mit vielen sozialen und gesundheitlichen Folgen für sich, ihre Familien und die Gesellschaft.

Zielsetzung

Jedes Mal, wenn in der Schweiz über die hohen Anteile an substanzmissbrauchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen berichtet wird, bleiben Fragen nach dem "warum" und dem "was zu tun sei" unbeantwortet. C-SURF will genau diese Fragen beantworten und Risiko- und Schutzfaktoren zu identifizieren: Weshalb weisen die meisten der jungen Erwachsenen mit Risikoverhalten später wieder unauffällige Verhaltensweisen auf? Was sind die Schutzfaktoren und Umstände, die übermässigen Substanzkonsum verhindern und später zum Herauswachsen aus dem problematischen Gebrauch von Alkohol und Drogen führen? Weshalb zeigen einige junge Erwachsene weiterhin ein problematisches Suchtmittelverhalten oder verstärken das Verhalten sogar mit zunehmendem Alter? Was sind die Risikofaktoren und Umstände, die Menschen dafür anfällig machen, starke Suchtmittelkonsumenten zu werden, einen starken Suchtmittelkonsum beizubehalten oder gar mit steigendem Alter den Konsum noch zu steigern?

Methodik

C-SURF ist eine Kohortenstudie, die 2010 begonnen hat und dank der finanziellen Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds bis heute fortgeführt wird. Eine Kohortenstudie ist eine Studie über längere Zeit, bei der die gleichen Personen wiederholt zu den gleichen Themen befragt werden und somit die Erfassung von Entwicklungsverläufen möglich wird. Um die Hauptforschungsfragen beantworten zu können, müssen die Teilnehmer von C-SURF mindestens bis zum mittleren Erwachsenenalter begleitet werden. Nicht nur die „guten Jungen" mit eher moderaten Substanzkonsummustern sind dabei Teilnehmer der Studie: Ziel von C-Surf war es von Anfang an, eine für die Schweiz wirklich repräsentative Stichprobe zu rekrutieren. Deshalb wurden die Teilnehmer der Studie während der Aushebung im Armee-Rekrutierungszentrum kontaktiert. Die Aushebung bei der Armee ist in der Schweiz obligatorisch und es gehen ungefähr 98% aller jungen Männer eines bestimmten Alters durch diesen Prozess. Zur Zeit läuft die dritte Datenerhebungswelle.

Bedeutung

Langzeitstudien zum Substanzkonsum sind selten und teuer. Die meisten existieren in Nordamerika, mit einer völlig anderen Jugendkultur. Es gibt nur sehr wenige Langzeitstudien zum Substanzkonsum in Europa und C-SURF ist unseres Wissens die erste in der Schweiz. Die Langzeitdaten von C-SURF werden es erlauben, die verschiedenen Entwicklungsverläufe des Substanzengebrauchs bei Schweizer Männern über das junge Erwachsenenalters hinweg zu untersuchen und entsprechende Risiko- und Schutzfaktoren zu identifizieren.

Publikationen

Siehe Website C-Surf