SMS-Nachsorge nach stationärer Suchttherapie

Kurzbeschrieb Überprüfung der Akzeptanz und Wirksamkeit SMS-gestützter Nachsorge nach stationärer Suchttherapie, randomisiert-kontrollierte Studie mit Kontroll- und Interventionsgruppe
Projektleitung Susanne Schaaf
Dauer 02.2017 - 03.2020
Förderung durch / Auftraggeber Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Kooperationspartner Beteiligte Therapieeinrichtungen

Ausgangslage

SMS-basierte Nachsorgeprogramme haben sich in verschiedenen Therapie- und Präventionsbereichen (Essstörungen, Alkoholentzug, Tabakprävention) bewährt. Die Erreichbarkeit durch SMS-Kommunikation ist dabei überwiegend gut und kann dazu beitragen, Rückfälle zu reduzieren. Die Niederschwelligkeit des Programmes ist für die Teilnehmenden attraktiv. SMS-basierte Nachsorge ist zudem kostengünstig. BeraterInnen stehen auf einfache Weise in periodischem Kontakt mit den ehemaligen KlientInnen und haben die Möglichkeit (in der Interventionsgruppe), die Nachhaltigkeit der stationären Therapie durch die aktive Kontaktaufnahme im Fall von Risikosituationen zu stärken.

Zielsetzung

Das Ziel der klinischen Studie ist es, die Akzeptanz des SMS-Nachsorgeprogrammes bei den beteiligten ehemaligen KlientInnen und den involvierten BetreuerInnen zu erfassen sowie die beiden Studiengruppen (Kontroll- und Interventionsgruppe) hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zur Vermeidung von Rückfällen bezüglich der Substanzen Opiate, Kokain, Alkohol und Cannabis zu vergleichen.

Methodik

KlientInnen, die die Einschlusskriterien erfüllen und einer Teilnahme zustimmen, werden bei Therapieaustritt gemäss eines Randomisierungssystems einer der beiden Studiengruppen zugeordnet. Die Kontrollgruppe mit Minimalintervention (KG) erhält nach Austritt regelmässig vollautomatisch generierte, standardisierte SMS-Nachrichten mit Fragen zur Aufrechterhaltung des Abstinenzziels bzw. des Ziels kontrollierten Trinkens sowie standardisierten Motivations-, Belohnungs- und Coping Strategie-SMS. Im Falle von Nichteinhalten des Ziels erhalten Personen der KG die Nummer einer Anlaufadresse (Hol-Prinzip). Die Interventionsgruppe (IG) erhält teilautomatisierte, individualisierte SMS-Nachrichten mit Fragen zur Aufrechterhaltung des Abstinenzziels bzw. des Ziels kontrollierten Trinkens. Ferner erhalten die Teilnehmenden der IG individualisierte Motivations- und Belohnungs- sowie Coping Strategie-SMS. Im Falle von Nichteinhalten des Ziels werden die Personen von der Betreuungsperson der teilnehmenden Einrichtung telefonisch kontaktiert, um geeignete Unterstützungsschritte zu besprechen (Bring-Prinzip). Die SMS-Nachsorge läuft 6 Monate nach Austritt, die Interventionen erfolgen während der ersten zwei Monate wöchentlich, danach zweiwöchentlich. Nach Abschluss der Interventionsphase werden Konsumverhalten und Erfahrungen der ehemaligen KlientInnen erfasst. Bei den teilnehmenden Einrichtungen handelt es sich um Alkohol- und Drogentherapieinstitutionen in der Deutschschweiz.

Bedeutung

Die Erkenntnisse aus der SMS-Nachsorgestudie zeigen die Machbarkeit und Wirksamkeit zweier SMS-Nachsorgeinterventionstypen nach stationärer Suchttherapie auf. Es wird erwartet, dass individualisierte Intervention Rückfallprophylaxe effektiver ermöglicht als standardisierte Intervention.

Publikationen

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