IFF - Implementierung von F+F bei problematischem Alkohol- und Medikamentenkonsum von älteren Menschen

Kurzbeschrieb

Studie zur Sensibilisierung und Umsetzung von F+F-Massnahmen in den Bereichen Alters- und Pflegeheimen, Spitex-Betriebe und (haus)ärztliche Qualitätszirkel zur Verbesserung der psychischen Gesundheit älterer Menschen

Projektleitung Corina Salis Gross
Dauer 01.2020-02.2021
Förderung durch / Auftraggeber

Alkoholpräventionsfonds (BAG), Kantone, CURAVIVA Bern

Kooperationspartner

ZFPS – Zürcher Fachstelle zur Prävention des Suchtmittelmissbrauchs, CURAVIVA Bern

Beschreibung des Projekts

Mit dem Projekt «FFF» wurden die Erfahrungen der Institutionen zum Thema Alter und Alkohol (risikoreicher Konsum und Früherkennung, Spannungsfelder, Haltungsfindungsprozesse, Einsatz von Screening-Instrumenten) sowie die damit verbundenen Herausforderungen und Bedürfnisse bei Pflegedienstleistenden von Spitex, Alters- und Pflegeheimen sowie Haus- und Heimärzt*innen erhoben (Schaaf et al., 2019). Die Ergebnisse wurden mit relevanten Stakeholdern (Curaviva, Spitex, Hausarztmedizin, Fachbereich Sucht) hinsichtlich Relevanz und v.a. auch Umsetzbarkeit diskutiert. Schliesslich wurden Prioritäten für den Implemetierungsprozess festgelegt (Ebd.). Die umfassende Befragung ergab, dass Pflegende in zunehmendem Masse mit Personen mit Alkoholproblemen in unterschiedlicher Ausprägung konfrontiert sind. Ferner wird die Übermedikalisierung bei alten Menschen sowie Mischkonsum und Wechselwirkung von Alkohol und Medikamenten (inkl. Begleiterscheinungen wie erhöhte Sturzgefahr) als grosses Problem beschrieben.

Früherkennung und Frühintervention (F+F) wurden in verschiedenen Gesprächen als sinnvoll erachtet, jedoch handeln Einrichtungen und Ärzt*innen häufig erst, wenn es zu konkreten Vorfällen kommt, in denen sich die Klient*innen selbst gefährden, Mitbewohner*innen belästigen oder wenn die Arbeit der Pflegenden beeinträchtigt und der Ablauf im Betrieb gestört werden. Der angemessene Umgang mit trinkenden Klient*innen bei gleichzeitiger grösstmöglichster Wahrung von deren Selbstbestimmung ist für die Pflegenden ein zentrales Spannungsfeld, das immer wieder zu Verunsicherung führt, insbesondere beim Thema F+F, wenn noch keine problematische Situation vorliegt, die ein Handeln rechtfertigt. Früherkennung - ein Angebot zur Verbesserung der Lebensqualität - wird teilweise als befürchtete Beeinträchtigung der Selbstbestimmung im Alter aufgefasst. Daher sind Sensibilisierung und Schulung im Bereich Früherkennung im Verständnis von Gesundheitsförderung wichtig.

Das Projekt «IFF» zielt darauf ab, die Nutzung bewährter, praxisrelevanter Interventionen und Instrumente konkret voranzutreiben und damit den breiten Zugang zu F+F für die ältere Bevölkerung zu eröffnen. Heim- und Hausärzt*innen, Mitarbeitenden der Spitex und der Alters- und Pflegeheime sollen der Zugang zu und v.a. die Anwendung von bewährten Interventionen, Kompetenzen und Instrumenten mit partizipativ entwickelten und massgeschneiderten Massnahmenpaketen erleichtert werden.

Alters- und Pflegeheime: Durch die Einführung eines F+F-Konzeptes, verbunden mit entsprechender Schulung und Verankerung in den Betrieben, erhalten die Heime Handlungssicherheit, können in konkreten Situationen angemessen reagieren und dadurch zur Förderung der Gesundheit und der Lebensqualität der Bewohner*innen beitragen. Zusammen mit CURAVIVA Bern Weiterbildung entwickelt das ISGF ein Angebot für Pflegefachpersonen (Kurse) sowie eines für Heimleitungen/Pflegedienstleitungen (Workshops). Die Implementierung von F+F nach Besuch der Workshops wird von lokalen Suchtpräventionsstellen und dem ISGF begleitet und evaluiert.

Spitex-Betriebe: Informationen zu «F+F Alkohol/Medikamente im Alter» zur Sensibilisierung von Haushelfer*innen der Spitex sollen in bestehende Ausbildungsprogramme integriert werden. In Spitex-Betrieben werden massgeschneiderte Inhouse-Schulungen zu F+F durchgeführt. Analog zum Workshop für Heimleitungen/ Pflegedienstleitungen plant CURAVIVA Bern Weiterbildung ein Angebot für Spitex-Betriebe.

Ärztliche Qualitätszirkel (Haus- und Heimärzt*innen): Im Rahmen bestehender QZ-Treffen werden Grundlagen zu problematischem Alkoholkonsum im Alter (Wechselwirkung Medikamente) sowie wirksame und praktikable Techniken der Kurzintervention vermittelt.

Publikationen

Export