Psychische Gesundheitskompetenz und Stigma

Kurzbeschrieb Das Projekt untersucht die psychische Gesundheitskompetenz und stigmatisierende Einstellungen gegenüber psychisch Kranken in einer Stichprobe von 15-20-Jährigen
Projektleitung Michelle Dey
Dauer 04/2017 - 03/2019
Förderung durch / Auftraggeber Schweizerischer Nationalfonds (SNF)
Kooperationspartner Centre for Mental Health (University of Melbourne); Institut für Bildungsevaluation (UZH); Fachstelle Suchtprävention des Mittelschul- und Berufsbildungsamts Zürich

Ausgangslage

Psychische Gesundheitskompetenz (definiert als Wissen und Vorstellungen über psychische Störungen, das/die zur Verbesserung der eigenen psychischen Gesundheit sowie jener von anderen Personen beiträgt/beitragen) und stigmatisierende Einstellungen gegenüber Personen mit psychischen Störungen wurden bislang meistens bei Erwachsenen untersucht. Es ist allerdings wichtig, diese Konzepte auch bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen zu erforschen, da psychische Störungen meist vergleichsweise früh im Leben auftreten und einen beträchtlichen Einfluss auf Betroffene haben. Zudem unterscheiden sich Adoleszente und junge Erwachsene von älteren Personen in der Art und Weise, wie sie mit psychischen Problemen umgehen.

Zielsetzung

Die Hauptziele des Forschungsprojekts bestehen darin, die psychische Gesundheitskompetenz sowie stigmatisierende Einstellungen gegenüber Personen mit psychischen Störungen in einer Stichprobe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu untersuchen und Faktoren zu identifizieren, die eine tiefe/hohe Gesundheitskompetenz bzw. stigmatisierende Einstellungen vorhersagen. Zudem werden die Resultate mit einer ähnlichen Untersuchung von Australien verglichen.

Methodik

Zwischen November 2017 und Juni 2018 wurden insgesamt 4983 Schüler/innen aus 314 Klassen an 105 Berufsschulen und Fachmittelschulen / Gymnasien aus der Deutschschweiz befragt. Die Schüler/innen füllten den Onlinefragebogen in der Regel während einer Schullektion an einem PC, Notebook, Tablet oder Smartphone aus. Kernelement des Fragebogens war eine Vignette (=Fallgeschichte), die eine junge Person (Anna oder Lukas genannt) mit einem psychischen Problem beschreibt. Den Teilnehmenden wurde zufällig eine der folgenden fünf Vignetten vorgegeben: 1) Depression; 2) Alkoholmissbrauch; 3) Depression und Alkoholmissbrauch kombiniert; 4) Schizophrenie; 5) soziale Phobie (= soziale Ängstlichkeit). Die meisten der nachfolgenden Fragen bezogen sich jeweils auf die entsprechende Fallgeschichte.

Bedeutung

Das Projekt trägt zu unserem Verständnis bei, was Jugendliche und junge Erwachsene in der Schweiz über psychische Störungen wissen, wie sie selbst mit einer psychischen Störung umgehen würden bzw. umgehen/umgegangen sind, wie sie psychisch kranke Gleichaltrige unterstützen (würden), wie sie die Wirksamkeit von bestimmten Präventions- und Behandlungsmassnahmen für psychische Störungen einschätzen und ob sie allfällige stigmatisierende Einstellungen gegenüber psychisch Kranken haben. Basierend auf diesen Ergebnissen können Massnahmen geplant werden, um die psychische Gesundheitskompetenz der Heranwachsenden zu verbessern und stigmatisierende Einstellungen zu reduzieren.