PSY-Rauchstopp: Rauchstopp in der Psychiatrie Aargau : ein Modellprojekt
| Kurzbeschrieb | Partizipatives Modellprojekt zur Tabakentwöhnung in der Psychiatrie |
| Projektleitung | |
| Dauer | 01.2026 - 12.2028 |
| Förderung durch / Auftraggeber | Tabakpräventionsfonds TPF, Kanton Aargau |
| Kooperationspartner |
Psychiatrische Dienste Aargau (PDAG), Stopsmoking.ch |
Ausgangslage
In psychiatrischen Einrichtungen ist die Rauchprävalenz sowohl bei Mitarbeitenden als auch bei Patientinnen und Patienten deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung. Während schweizweit rund ein Viertel der Bevölkerung raucht, liegt der Anteil bei psychiatrischen Patientinnen und Patienten je nach Setting zwischen 50 % und 90 %. Gleichzeitig fehlen institutionell verankerte, systematisch umgesetzte Tabakentwöhnungsprogramme. Rauchen ist im Klinikalltag häufig normalisiert. Trotz vorhandener Leitlinien und pharmakologischer Möglichkeiten werden Rauchstoppinterventionen selten strukturiert angeboten. Das Projekt adressiert diese Versorgungslücke am Beispiel der PDAG und entwickelt ein übertragbares Modell für die gesamte Schweiz.
Zielsetzung
Ziel ist die nachhaltige Etablierung der Rauchentwöhnung als Teil der Regeltherapie sowie einer rauchverzichtenden Betriebskultur in der stationären und ambulanten Psychiatrie. Das Projekt verfolgt vier Ebenen:
- Unterstützung rauchender Mitarbeitende beim Rauchstopp,
- Befähigung des Fachpersonals zur systematischen Umsetzung von Rauchstoppinterventionen bei Patientinnen und Patienten
- strukturelle Verankerung tabakpräventiver Standards im Klinikalltag,
- Vorbereitung eines Scale-ups auf weitere psychiatrische Einrichtungen.
Mindestens 40 % der rauchenden Mitarbeitenden und Patientinnen bzw. Patienten sollen erreicht werden.
Methodik
Das Projekt folgt einem partizipativen, stufenweisen Implementierungsansatz. Nach einer sechsmonatigen Vorbereitungsphase mit Workshops und Fokusgruppen wird das Programm zunächst auf zwei Pilotstationen (Erwachsenenpsychiatrie und Abhängigkeitserkrankungen) umgesetzt. Kernbestandteile sind:
- Schulungen und Weiterbildungen für Fachpersonal
- Standardisierte Rauchstopp-Algorithmen (inkl. Motivational Interviewing und medikamentöser Unterstützung)
- Niederschwellige Angebote für Mitarbeitende
- Anpassungen der institutionellen Rahmenbedingungen
- Kontinuierliche Evaluation (u. a. CO-Messung, Follow-up nach 3 Monaten)
Anschliessend erfolgt die sukzessive Ausweitung auf weitere stationäre und ambulante Bereiche der PDAG.
Bedeutung
Das Projekt schliesst eine zentrale Versorgungslücke in der psychiatrischen Gesundheitsversorgung. Es verbindet Public-Health-Expertise mit klinischer Praxis und adressiert gesundheitliche Ungleichheit einer besonders vulnerablen Zielgruppe. Durch die Kombination aus individueller Unterstützung, strukturellen Veränderungen und institutioneller Verankerung entsteht ein nachhaltiges Modellprogramm mit nationaler Strahlkraft. PSY-Rauchstopp kann damit als Best-Practice-Modell für eine tabakpräventive Psychiatrie in der Schweiz dienen.