TUBSIS 2.0 – Tobacco Use Behavioral Support and Intervention System
| Kurzbeschrieb | Wirksamkeit eines webbasierten, asynchronen Selbsthilfeprogramms mit Ansätzen aus der Verhaltenstherapie und Achtsamkeit für Erwachsene zur Unterstützung bei der Reduktion des Tabakrauchens oder Vapens in der Schweiz und der Türkei. |
| Projektleitung | Michael Schaub |
| Dauer | 09.2025 - 08.2026 |
| Förderung durch / Auftraggeber | Exzellenzstipendium der Schweizer Regierung (ESKAS), verwaltet vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), Schweiz |
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Ausgangslage
Das Rauchen von Tabak und das Vapen sind nach wie vor ein Problem für die öffentliche Gesundheit, da viele Erwachsene in der Schweiz und der Türkei weiterhin Schwierigkeiten haben, angemessene Unterstützung für die Raucherentwöhnung zu erhalten. Strukturelle Hindernisse, darunter die Stigmatisierung von Entwöhnungsversuchen, begrenzte finanzielle und zeitliche Ressourcen sowie ein geringes Bewusstsein für die mit dem Rauchen und Vapen verbundenen Gesundheitsrisiken, verringern die Inanspruchnahme traditioneller Dienste. TUBSIS 2.0 zielt darauf ab, diese Ungleichheiten beim Zugang zu beseitigen, indem es ein vollständig ortsunabhängiges, anonymes und kostenloses internetbasiertes Programm anbietet, das auf die unterschiedlichen Erwachsenenbevölkerungen in beiden Ländern zugeschnitten ist.
Zielsetzung
Das Projekt „TUBSIS 2.0: Eine Anpassungsstudie des Tabakentwöhnungsprogramms TUBSIS für Tabakkonsumenten in der Schweiz und der Türkei” zielt darauf ab, die Bereitschaft zur Reduzierung oder Aufgabe des Tabakkonsums/Vapings zu fördern, das Wohlbefinden und Selbstmitgefühl zu verbessern und gesundheitsbezogene Verhaltensweisen zu stärken. Die Intervention richtet sich an deutsch-, englisch- oder türkischsprachige Erwachsene und umfasst achtsamkeitsbasierte Strategien zur Aufgabe oder Reduzierung des Tabakkonsums und Vapings. Die Motivation, mit dem Rauchen/Vapen aufzuhören, variiert im Laufe des Lebens erheblich. Jüngere Menschen empfinden das Aufhören oft als unnötig, häufig aufgrund eines begrenzten Bewusstseins für die langfristigen Gesundheitsrisiken oder eines Gefühls der Unverwundbarkeit. Im späteren Erwachsenenalter ist die Sucht zwar tendenziell tiefer verwurzelt, doch zögern viele Menschen, einen Entzug zu versuchen, weil sie Bedenken hinsichtlich der damit verbundenen psychologischen und verhaltensbezogenen Herausforderungen haben. Daher ist es unerlässlich, den Betroffenen Unterstützung zu bieten, die ihnen hilft, den Entwöhnungsprozess zu verstehen, sich auf die zu erwartenden Herausforderungen vorzubereiten und Strategien zu finden, die ihren psychologischen Bedürfnissen entsprechen. Zu solchen Strategien können Stressbewältigungs- und Selbstmitgefühlspraktiken gehören, die vor, während und nach Entwöhnungsversuchen angewendet werden können. TUBSIS 2.0 bietet eine strukturierte und leicht zugängliche Anleitung zur Unterstützung dieser Vorbereitung, indem es einen klaren, evidenzbasierten Weg für Menschen in verschiedenen Stadien der Veränderungsbereitschaft aufzeigt.
Methodik
TUBSIS 2.0 ist ein webbasiertes, individuelles und asynchrones Programm, das aus acht Modulen besteht, die über vier Wochen hinweg angeboten werden. Insgesamt werden 406 Teilnehmer rekrutiert und nach dem Zufallsprinzip entweder der Interventions- oder der Kontrollgruppe zugewiesen. Die Daten werden anonym an vier Messzeitpunkten (zu Beginn, nach der Hälfte der Laufzeit, nach Ablauf der Laufzeit und nach acht Wochen) von den Teilnehmern erhoben. Das Programm konzentriert sich darauf, die Teilnehmer dabei zu unterstützen, das Rauchen oder Vapen zu reduzieren oder aufzugeben, um ihre Bereitschaft zur Raucher-/Vaperentwöhnung, ihr psychisches Wohlbefinden, ihr Selbstmitgefühl und ihr Stressmanagement mit Achtsamkeitsstrategien zu verbessern.
Im Rahmen des Health Action Process Approach (HAPA) wird der Prozess der Verhaltensänderung als dynamischer, nichtlinearer Prozess konzipiert, der durch motivationale und willentliche Phasen verläuft. TUBSIS 2.0 wurde angepasst, um diese Struktur durch die Integration phasenspezifischer Komponenten widerzuspiegeln. Zu diesen Komponenten gehören Module, die das Risikobewusstsein und die Ergebniserwartungen verbessern, Planungs- und Selbstregulierungsinstrumente zur Unterstützung der Einleitung von Massnahmen sowie achtsamkeitsbasierte Strategien, die in allen Phasen eingebettet sind, um die Selbstwirksamkeit und die Bewältigungsstrategien zu stärken. Indem das Programm auf diese sich wandelnden Bedürfnisse im Veränderungsprozess eingeht, bietet es einen reaktionsschnellen und theoriegeleiteten Weg zur Reduzierung/Entwöhnung vom Tabakkonsum oder Vapen.
Bedeutung
TUBSIS 2.0 ist für die Prioritäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit von grosser Bedeutung, da es eine kostengünstige, skalierbare und ökologisch nachhaltige Intervention darstellt, die die Hindernisse beseitigt, die üblicherweise mit herkömmlichen Entwöhnungsangeboten verbunden sind. Da keine Reisen, gedruckte Materialien oder persönliche Termine erforderlich sind, bietet das Programm einen gleichberechtigten Zugang für Erwachsene aller Altersgruppen, Geschlechter und verschiedenen Migrantengemeinschaften in der Schweiz und der Türkei. Seine mehrsprachige und kulturell angepasste Struktur schliesst erhebliche Versorgungslücken für Bevölkerungsgruppen, die unterversorgt sind oder zögern, herkömmliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Durch die Verringerung der durch Tabakrauchen oder Vapen verursachten Schäden und die Erleichterung einer frühzeitigen Verhaltensänderung hat TUBSIS 2.0 das Potenzial, die langfristigen Gesundheitskosten zu senken und gleichzeitig den Zugang zu evidenzbasierten digitalen Präventionsinstrumenten zu erweitern.