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Wirksamkeit digitaler Interventionen zur Reduktion des Cannabiskonsums bei Erwachsenen: Eine Metaanalyse individueller Teilnehmendendaten

Kurzbeschrieb

Eine Metaanalyse individueller Teilnehmendendaten zur Untersuchung der Wirksamkeit digital vermittelter Interventionen zur Reduktion des Cannabiskonsums bei Erwachsenen und der Frage, welche Personen am stärksten von diesen Interventionen profitieren.

Projektleitung Nikolaos Boumparis
 
Dauer 10.2023 - laufend
Förderung durch / Auftraggeber Das Projekt wird derzeit ohne externe Finanzierung durchgeführt.
Kooperationspartner Louisiana State University, Trimbos Institute, Karolinska Institutet, Université de Montréal, Auburn University, Yale University, University of Amsterdam und Harvard Medical School. Weitere Institutionen befinden sich derzeit im Prozess, sich der Kooperation anzuschliessen.

Ausgangslage

Digital vermittelte Interventionen, darunter webbasierte Programme, mobile Anwendungen und textnachrichtenbasierte Interventionen, bieten eine vielversprechende und leicht zugängliche Möglichkeit, Menschen bei der Reduktion ihres Cannabiskonsums zu unterstützen. Solche Interventionen können auch Personen erreichen, die herkömmliche Behandlungsangebote aufgrund von Stigmatisierungsbedenken, einer eingeschränkten Verfügbarkeit entsprechender Angebote oder aufgrund des Wunsches, ihren Cannabiskonsum selbstständig zu verändern, nicht in Anspruch nehmen.
Eine wachsende Zahl randomisierter kontrollierter Studien hat digitale Interventionen zur Reduktion des Cannabiskonsums untersucht. Konventionelle Metaanalysen, die auf veröffentlichten Ergebnissen auf Studienebene basieren, liefern jedoch nur begrenzte Informationen darüber, welche Personen besonders wahrscheinlich von diesen Interventionen profitieren und welche Merkmale der Interventionen zu besseren Ergebnissen beitragen.

Zielsetzung

Das Projekt untersucht die Gesamtwirksamkeit digital vermittelter Interventionen bei der Reduktion der Häufigkeit des Cannabiskonsums im Vergleich zu nicht aktiven Kontrollbedingungen. Darüber hinaus werden die Auswirkungen der Interventionen auf cannabisbezogene Probleme und Abstinenz sowie auf weitere relevante Ergebnisse wie Alkohol- und Tabakkonsum, Angst, Depression und ADHS-Symptome untersucht.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf individuellen und interventionsbezogenen Faktoren, die den Behandlungserfolg beeinflussen können. Dazu gehören der Cannabiskonsum und die psychische Gesundheit der Teilnehmenden zu Studienbeginn, ihre Nutzung und Bearbeitung der Intervention sowie die Frage, ob die Intervention eine professionelle Begleitung umfasst. Das Projekt untersucht zudem Faktoren, die mit Studienabbrüchen oder einer Zunahme des Cannabiskonsums während des Interventionszeitraums zusammenhängen.

Methodik

Im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit werden randomisierte kontrollierte Studien zu digital vermittelten Interventionen für Erwachsene, die Cannabis konsumieren, identifiziert. Die Forschenden der einschlussfähigen Studien werden eingeladen, anonymisierte Daten auf Teilnehmendenebene zur Verfügung zu stellen.

Die Daten der teilnehmenden Studien werden anhand eines standardisierten Datenerhebungsprotokolls harmonisiert und gemeinsam in einer Metaanalyse individueller Teilnehmendendaten ausgewertet. Mithilfe statistischer Mehrebenenmodelle werden Unterschiede zwischen den Studien berücksichtigt und sowohl die durchschnittliche Wirksamkeit der Interventionen als auch Unterschiede im Behandlungserfolg zwischen einzelnen Teilnehmenden untersucht.

Studien, für die keine individuellen Teilnehmendendaten verfügbar sind, werden bei ausreichender Datenlage in eine parallele Metaanalyse auf Grundlage der veröffentlichten Studienergebnisse einbezogen. Dadurch kann untersucht werden, ob sich Studien, die individuelle Teilnehmendendaten bereitstellen, systematisch von Studien unterscheiden, für die solche Daten nicht verfügbar sind.

Das Studienprotokoll und der statistische Analyseplan wurden im Open Science Framework (OSF) präregistriert und sind öffentlich verfügbar unter: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/W2FNR

Bedeutung

Durch die Zusammenführung der ursprünglichen Teilnehmendendaten aus mehreren randomisierten kontrollierten Studien ermöglicht das Projekt eine präzisere Beurteilung der Wirksamkeit digitaler Interventionen zur Reduktion des Cannabiskonsums als konventionelle Evidenzsynthesen.
Die Ergebnisse können Aufschluss darüber geben, ob begleitete Interventionen wirksamer sind als unbegleitete Programme, ob eine intensivere Nutzung der Intervention mit besseren Ergebnissen verbunden ist und ob Personen mit stärker ausgeprägten cannabisbezogenen Problemen zusätzliche Unterstützung benötigen. Die Erkenntnisse können somit zur Entwicklung wirksamerer und besser auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnittener digitaler Interventionen beitragen und evidenzbasierte Entscheidungen über deren Einsatz in Prävention und Behandlung unterstützen.

Publikationen