Wodka, Benzos & Co: Jugendliche und junge Erwachsene mit Mischkonsum

Kurzbeschrieb Das Projekt widmet sich der Thematik des Mischkonsums (z.B. Alkohol und Benzodiazepine) von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Projektleitung

Corina Salis Gross (Steuerung)

Michelle Dey (operative Projektleitung)

Stephan Koller (Triagierung der betroffenen Jugendlichen / jungen Erwachsenen)

Dauer Januar 2021 - März 2023
Förderung durch / Auftraggeber Alkoholpräventionsfonds
Kooperationpartner ZFPS (Domenic Schnoz)
Weitere Partner infodrog (Alwin Bachmann)

Ausgangslage

Medienberichte schlagen Alarm und verweisen auf vermehrt sichtbare Fälle von hochproblematischem Mischkonsum härterer Drogen, Medikamenten (insbesondere Benzodiazepine) und Alkohol bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie auf einen entsprechenden Handel unter Beteiligung von Teenagern. Dies ist aufgrund unvorhersehbarer Wechselwirkungen besonders riskant und kann, abhängig von den eingenommenen Substanzen, akut lebensbedrohlich sein. Dies führte bereits zu gefährlichen und teils sogar tödlichen Überdosen. Betroffene Gemeinden und Kantone sind veranlasst, Massnahmen zur Problematik einzuleiten. Politische Vorstösse zur Thematik liegen ebenfalls vor.
Die Datenlage zum Mischkonsum in der Schweiz ist aktuell allerdings noch sehr lückenhaft. So fehlen gegenwärtig unter anderem verlässliche Daten zum potentiell neuen und besonders gefährlichen Mischkonsum von Alkohol mit psychoaktiven Medikamenten. Dennoch befürchten Suchtfachstellen und Fachpersonen eine Zunahme von solch gefährlichen Konsummustern. Ebenso liegen bisher keine Konzepte und systematische Ansätze zur effektiven Prävention bzw. Intervention vor. Man weiss zu wenig über Konsummotive, Konsumarten, allfälliges Risikobewusstsein und Risikominderungsstrategien der betroffenen Heranwachsenden selber und über effektive Präventionsansätze.

Zielsetzung

Folgende Projektelemente sind vorgesehen:

  • Onlinebefragung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Mischkonsum
    12-20jährige werden in einer Onlineumfrage zum Thema Mischkonsum befragt (z.B. zu den Substanzen, die zeitgleich eingenommen werden; zu Konsumsettings; zu allfällig angewendeten Risikominderungsstrategien). Diese Befragung soll unter anderem dazu beitragen, bestehende Wissenslücken zum Thema Mischkonsum zu schliessen. Darüber hinaus werden die Ergebnisse auch für die Erarbeitung einer Kurzintervention miteinbezogen (siehe weiter unten).
  • Erstkontakt und beziehungsgeleitete Triagierung Betroffener zu geeigneten Beratungsangeboten
    Jugendliche und junge Erwachsene, die im Rahmen der Befragung Beratungsbedarf hinsichtlich ihres (Misch)konsums äussern, werden von Fachpersonen des Projektteams kontaktiert und – abhängig von ihren Bedürfnissen – an geeignete Angebote triagiert.
  • Erarbeitung eines Interventionskonzepts zur Risikominderung
    Basierend auf den Umfrageergebnissen und in Zusammenarbeit mit Fachinstitutionen und mit von Peer-Netzwerken betroffenen Teenagern wird das Interventionskonzept iterativ erarbeitet. Die Intervention soll sich dabei sowohl auf die Einzelpersonen als auch auf die Gruppe ausrichten. In den Peer-Netzwerken sollen unter anderem Wege zur Risikominderung in Bezug auf den Mischkonsum erarbeitet werden.
  • Dissemination der Ergebnisse
    Die generierten Erkenntnisse und Empfehlungen werden in einer Fachveranstaltung eingebracht. Zudem stehen Grundlagen für die Praxis, die Gemeinden/Kantone und für die Politik zur Verfügung, um einer Ausbreitung von hochproblematischen Konsumfällen präventiv zu begegnen.

 

Methodik

Das Projekt wird nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Mischkonsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz liefern. Vielmehr weist das Projekt auch eine hohe gesellschaftliche Relevanz auf, da eine Intervention für Jugendliche und junge Erwachsene mit Mischkonsum, der sehr gefährlich sein kann, entwickelt wird. Der partizipative Einbezug von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie von Fachinstitutionen, Gemeinden und Kantonen soll zur Akzeptanz und Wirksamkeit der Intervention beitragen.   

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Publikationen / Medienbeiträge zum Thema Mischkonsum