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Gemeinsam rauchfrei 2 - Tabakprävention und Rauchstopp mit benachteiligten Bevölkerungsgruppen

Kurzbeschrieb Aufsuchende digitale und physische Interventionen zu Tabakprävention- und Ausstieg bei benachteiligten Gruppen der Migrationsbevölkerung in über 10 Sprachen. Enge Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen dieser Gruppen.
Projektleitung Corina Salis Gross, Nikolai Kiselev
Dauer 09.2025 - 12.2028
Förderung durch / Auftraggeber Tabakpräventionsfonds (TPF)
Kooperationspartner

 

Ausgangslage

Schätzungen zufolge raucht über ein Viertel der Schweizer Bevölkerung. Besonders hoch ist die Rauchprävalenz in Migrationsgruppen mit tiefem sozioökonomischem Status, die zugleich erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem und zu Angeboten der Tabakprävention haben. 

Im Zeitraum 2022 bis 2024 wurden im Rahmen der ersten Welle des Projekts «Gemeinsam rauchfrei» 82 Gruppen in 11 Sprachen nach demselben methodischen Ansatz (s. «Methodik») erreicht. Grundlage hierfür bildeten die erfolgreichen Rauchstoppprojekte für die türkisch- und albanischsprachige Bevölkerung in der Schweiz in den 2010er Jahren (siehe «weiterführende Links»). Erfolgsfaktoren waren dabei insbesondere die aufsuchende Arbeit und die beziehungsgeleitete Rekrutierung über Schlüsselpersonen in Vereinen.  

Die «Gemeinsam rauchfrei» Workshops erwiesen sich als sehr wirksam: Laut externer Evaluation führten sie bei 50 % der Teilnehmenden zu einem Rauchstoppversuch und bei 23 % zu einem erfolgreichen Rauchstopp drei Monate nach dem Workshop. Aufbauend auf diesen Erfahrungen führt das Projekt «Gemeinsam rauchfrei 2» die Workshops nach erneuter partizipativer Anpassung weiter – unter Einbezug modernster Tabakpräventionsmethoden.

Zielsetzung

Das übergeordnete Ziel des Projekts «Gemeinsam rauchfrei 2» ist die Reduktion der Rauchprävalenz in sozial benachteiligten Migrationsgruppen und die Verringerung der Passivrauchexposition in Vereinen, Organisationen, religiösen Institutionen sowie im privaten Umfeld. Normativ soll die Denoramlisierung des Rauchens, der Produkte sowie der Industrie vorangetrieben werden.

Dazu verfolgt das Projekt folgende Mittlerziele:  

  • Niederschwelliger Zugang zur Tabakprävention und zum Tabakausstieg für sozial benachteiligte Migrationsgruppen in der Schweiz.  
  • Abbau von Sprach- und Bildungsbarrieren sowie Berücksichtigung sozioökonomischer Belastungen. 
  • Stärkung der Gesundheitskompetenz durch die Vermittlung gesundheitsrelevanter Inhalte. 
  • Befähigung von Multiplikatoren in den communities (ärztliches Personal, Peer-Rauchstopptrainer, Schlüsselpersonen), in einfacher Sprache zu informieren, zu motivieren und gruppendynamische Prozesse zu nutzen. 
  • Sensibilisierung der Akteure der Tabakprävention für die niederschwellige Öffnung und nachhaltige Anpassung ihrer Angebote.

Methodik

Im Rahmen eines aufsuchenden Ansatzes werden in der Schweiz bestehende Gruppen der sozial benachteiligten Migrationsbevölkerung rekrutiert. Diese sind in unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Strukturen organisiert, etwa in Vereinen, Gewerkschaften, religiösen Institutionen oder informellen Gruppen. Jede Gruppe von 15–20 Personen nimmt an zwei rund zweistündigen Workshops teil: «Rauchen schadet» und «Wie höre ich mit dem Rauchen auf?». Die Inhalte wurden partizipativ mit den Zielgruppen entwickelt.

Die Workshops finden online, vor Ort oder hybrid statt und werden von Ärzten und geschulten Peer-Rauchstopptrainern in den jeweiligen Sprachen der communities kostenfrei durchgeführt. Abgedeckt werden über zehn der häufigsten Migrationssprachen, deren Sprecher besonders hohe Rauchprävalenzen aufweisen. Am Ausstieg interessierte Teilnehmende erhalten zudem Informationen zu bestehenden Tabakausstiegsangeboten. Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts werden fortlaufend evaluiert und mit nationalen wie internationalen Akteuren geteilt.

Bedeutung

Das mittlerweile nachweislich wirksame Projekt zur Tabakprävention und zum Rauchstopp von sozial benachteiligten Gruppen stellt eine chancengerechte Tabakprävention und Therapie zur Verfügung, die national und international genutzt werden kann.

Publikationen

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Weiterführende Informationen